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Michael Mittermeier: “Kultur hat keine Priorität”

Bild von Michael Mittermeier

DE German Stars - Viele wollten es tun, Michael Mittermeier (54) hat es getan: Der Comedian hat im Lockdown ein Buch geschrieben. In 'Ich glaube, ich hatte es schon. Die Corona-Chroniken' führt der Star seine Leser durch seinen Corona-Alltag. Lachen hilft dabei, sich in diesen schwierigen Zeiten zurechtzufinden, davon ist er überzeugt,.

Endlich Zeit für die Familie

"Klar, die Pandemie hängt als Überthema über uns wie eine dunkle Wolke", so Michael im Interview mit 'Bild'. "Aber wir lachen doch auch sonst gern über schwere Dinge. Die Kunst ist es, das Schwere wieder leicht zu machen (…) Aber ich glaube, so ab und an ist es gut, kleine Lichtblicke zu sehen. Und Lachen macht das Herz auf." Einfach war der Lockdown natürlich auch für ihn nicht: "Die ersten zwei, drei Wochen habe ich immer nur ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich nix gearbeitet habe. Denn ich dachte erst: Ich muss bei allem mitmachen. Computer-Live-Streaming, Sendungen im Internet, YouTube, Facebook, Instagram." Doch dann fand er seinen eigenen Weg: "Mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, hat mir geholfen, darüber wegzukommen. Gott sei Dank haben wir unsere Tochter. Die ist zwar erst 12. Aber sie hat große Empathie. Es hilft schon, wenn man Menschen um einen herum hat, die man liebt."

Michael Mittermeier will reden

Dennoch sieht natürlich auch Michael Mittermeier Besserungsbedarf, gerade beim Umgang mit dem Kultursektor, der — obwohl ein wichtiger Wirtschaftszweig — das vergessene Opfer der Pandemie zu sein scheint: "Dass die Kultur nicht Priorität hat in diesem Land, haben wir jetzt gesehen. Das ist ja kein Geheimnis. Sie ist halt schwer zu fassen." Er wünscht sich, dass zumindest der Versuch gemacht wird, auf die Betroffenen zuzugehen. "Ich sage seit März: Gründen wir eine 'Taskforce Kultur' (…) Es wäre schon schön, wenn sich Politiker mal mit der Kultur zusammenhocken würden. Die hocken sich auch mit der Lufthansa zusammen oder mit der Autoindustrie. Nur mit uns setzen die sich nicht an einen Tisch."

Verständnis für Lockdown-Maßnahmen habe er dennoch: "Mir ist schon klar, dass wir Maßnahmen haben müssen. Man kann natürlich einzelne Sachen hinterfragen, ob sie wirklich gerechtfertigt sind." Er engagiert sich für das Bündnis Alarmstufe Rot, welches eine Lösung für Kulturschaffende anstrebt. Finanzielle Hilfe müsse her. Vielleicht sucht die Politik ja doch noch das Gespräch mit Michael Mittermeier.



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