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Boris Becker: Seine Kinder sind ständigem Rassismus ausgesetzt

Bild von Boris Becker

DE German Stars - In der vergangenen Woche hat Boris Becker (52) in London an einer Demonstration gegen Rassismus teilgenommen und erhielt daraufhin vor allem aus Deutschland heftige Kritik. "Aus Deutschland wurde ich aufs Übelste beleidigt. Über die sozialen Medien erreichten mich nichts als Hass und Häme", erklärt der ehemalige Tennisprofi im Interview mit 'Bild am Sonntag'.

Boris Becker verteidigt seine Kinder

Aus diesem Grund und weil seine Kinder immer wieder Opfer von rassistischen Anfeindungen sind, hatte er sich entscheiden, der Interviewanfrage des 'BILD am Sonntag' zuzustimmen. Alle vier Kinder von Boris Becker sind, "mixed race", wie er selbst sagt.

"Wer also Vorbehalte gegenüber der schwarzen Bevölkerung hat, greift mich persönlich an. Doch ich wehre ich mich. Das Erste, was ein Vater macht, ist seine Kinder zu verteidigen. Jeder Mann würde das tun", so der ehemalige Tennisstar. "Meine älteren drei Kinder erleben mindestens einmal die Woche einen rassistischen Vorfall, daher bin ich mit ihnen im ständigen Austausch über dieses Thema." Der jüngste Sohn Amadeus sei mit seinen zehn Jahren "zum Glück noch etwas jung und nicht so wie seine großen Geschwister allein unterwegs". Beckers ältere Söhne Elias und Noah sind 20 und 26 Jahre alt, seine Tochter Anna 20 Jahre. 

"Ein unfassbarer Zustand"

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd ging Boris Becker auf die Straße, um gegen "ein gewaltiges Problem in unserer Gesellschaft" zu demonstrieren. "Wir behandeln immer noch Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft und Religion anders. Das ist ein unzumutbarer und schlicht und ergreifend unfassbarer Zustand, im Jahr 2020 erst recht. Das Thema Rassismus geht uns alle an. Auch, wenn du weiß bist. Auch, wenn du nicht in einer Familie lebst, die persönlich damit konfrontiert ist."

Boris Becker kann auf rassistische Fans verzichten

Spätestens seitdem Boris Becker seine erste Frau Barbara kennenlernte, beschäftige er sich täglich mit dem Thema Rassismus, "weil ich seither persönlich erlebe, welche Anfeindungen und Benachteiligungen Menschen mit anderer Hautfarbe ertragen müssen. Und ausgerechnet die, die mich früher auf dem Tennisplatz bejubelten, kritisieren mich nun, weil ich meine Familie verteidige? Ganz ehrlich: Auf solche Fans kann ich verzichten." Boris Becker fordert: "Es ist höchste Zeit, dem Alltagsrassismus ein Ende zu bereiten. Wer das nicht begreift, hat nichts begriffen."



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