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Tattoos: Jugendsünde oder Kunst?

Jon Wilkes © PRN / PR Photos Tätowierungen gibt es schon seit tausenden von Jahren. Sogar bei Ötzi wurden Tattoos entdeckt. Bei Ägyptern, den Skyhten oder auch bei mehreren tausend Jahre alten Mumien aus Chile wurden Tätowierungen entdeckt.

Die frühzeitlichen Tätowierungen waren meist rituelle Zeichen oder dienten zur Demonstration der Stellung innerhalb eines Stammes.

Früher galten Tattoos eher der Demonstration von Zugehörigkeit - heute ist das Ziel eher Abhebung von der Masse durch Individualität, auch wenn es natürlich immer wieder Trends gibt, denen Massen folgen.

Egal ob es ein Tribal, ein Name oder ein Bild ist - ein Tattoo auf der Haut spiegelt die Persönlichkeit wieder.

Viele wollen etwas Einzigartiges, etwas Persönliches, was kein anderer hat. Es gibt keine Körperstelle, die nicht in Frage kommt und vom winzigen Sternchen wie auf Heike Makatschs Rücken bis zum gesamten Körper wie bei Dennis Rodman ist alles denkbar.

Zur Hochzeit werden auch schon mal die Ringfinger mit Tatoos verziert und auf Eheringe verzichtet wie bei Pamela Anderson und Kid Rock.

Tätowierer verstehen sich als Künstler und können wahre Kunstwerke auf den Körpern hinterlassen. Das allerwichtigste ist die sorgfältige Auswahl, schließlich ist es eine Verbindung fürs Leben und soll einen glücklich machen.

Wer sich tätowieren lässt, will das Tattoo in der Regel mit Stolz tragen, es zur Schau stellen und bewundernde Blicke dafür einfangen.

Aber Trends gibt es bei der Tattoowahl genauso: Rosen schmückten Frauen in den 80ern, das berühmte Arschgeweih oder chinesische Drachen waren es in den 90er Jahren, heute sind es die chinesischen Zeichen, in denen man sich Namen oder Wörter wie Liebe oder Glück stechen lässt. Der Haken daran ist, jeder Trend geht irgendwann zu Ende, aber ein Tatoo ist (eigentlich) für immer.

Doch in jugendlichem Leichtsinn glaubt man genau zu wissen, dass das Tribal über dem Po einen ein Leben lang begleiten soll.

Und Jahre später, an Lebenserfahrung gewonnen, der Geschmack hat sich verändert, heißt es dann „bye bye Arschgeweih, ich geb'dich zum Lasern frei“, wie es Ina Müller in ihrem Song treffend beschreibt.

Das ist teuer, bringt Narben und ist genauso schmerzhaft wie die einstige Anschaffung. Die wohl neueste Errungenschaft auf dem Entfernungs-Markt ist die Tatoo-Entfernungscreme, die die Verzierung auf dem Körper innerhalb von zwölf Monaten verblassen lässt und über 500 Euro kostet. Das erfordert Geduld ist aber schmerzfrei.

Wer sich für ein Tattoo entscheidet, sollte sich wirklich sicher sein, ein zeitloses Motiv aussuchen und den richtigen Tätowierer seines Vertrauens suchen.

Dann kann man mit dem gewünschten Bild ein Leben lang glücklich werden.