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Casper möchte kein Sprachrohr sein

Keine Vorbildfunktion: Casper (28) findet nicht, dass er sich unbedingt als "Sprachrohr einer Generation" eignet, das wäre seiner Meinung nach ganz schön "traurig". Im Interview mit '20 Minuten' erklärte der Chartstürmer ('So perfekt'), warum er nicht der beste Kandidat für diesen Job ist: "Wenn ich als Benjamin auch Sprachrohr einer Generation wär', dann wär' das ne ziemlich traurige Generation, weil ich bin ja zu Hause ? wir haben so ne große Schale, wo eigentlich Salat reinkommt, und ich steh' dann gegen mittags auf und dann kippe ich einfach eine ganze Packung Froot Loops da rein, eine ganze Dings Milch darüber und dann gucke ich einfach vier Stunden am Stück Ren & Stimpy, das ist das Beste der Welt. Und wenn das wirklich das Sprachrohr der Jugend ist dann ? ahh ?", grinste der Bielefelder, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Griffey heißt, in dem Gespräch. "Aber wenn man jetzt diese Casper-Platte nimmt, dann verstehe ich, was die meinen und mir schmeichelt das auch sehr, aber ich versuch mich so ein bisschen aus der Verantwortung zu stehlen. Ich male schon gern dieses düster-graue Zeitgeist-Bild, aber ich hab dann gern diese Verantwortung von mir weg, so dass ich jetzt irgendwen retten muss oder die Schulter für irgendwen sein muss."
Dabei liegt das sicherlich nicht daran, dass der Rapper selbst dafür die Welt zu schwarz sieht. Im Gegenteil: Er findet es eher schwierig, dass er - um dem Bild der Öffentlichkeit zu entsprechen - eigentlich viel schlechter drauf sein müsste: "Das ist nämlich so ein Ding, was einfach in unseren Gegenden seltsamerweise sauer aufstößt. Wenn man Comedians privat trifft, sind die meistens nicht lustig, das sind bierernste Menschen. Da sagen die Leute: Oh, das ist aber toll, dass du privat so ernst bist. Wenn du aber ernste Musik machst und privat albern bist, da sagen dann alle wieder: Ah, der lügt uns an. Das find ich einfach furchtbar", beschwerte sich Casper. © Cover Media