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Zähneknirschen – von Universalschienen, Kieferknacken und Co.
Unsere Zähne müssen viel aushalten. Vor allem in der Nacht können auf die Zähne und Kiefer enorme Kräfte wirken. Das kann die Zahnsubstanz nachhaltig schädigen. Es gibt viele Gründe für dieses auch als Bruxismus bekannte Phänomen genauso wie Therapieverfahren.
„Zähneknirschen schadet der Zahngesundheit“
Zähneknirschen dient zur natürlichen Verarbeitung des täglich Erlebten in der Nacht. „Durch das Arbeiten auf den Zähnen gelingt es dem Körper, Spannungen abzubauen“, erklärt Dr. Prause. Eine echte Erkrankung liegt vor wenn es zu Zahnabrieb oder morgendlichem Kieferspannen kommt. „In diesem Zusammenhang gilt es, zwischen dem natürlichen oder dem übermäßigen Pressen und Knirschen zu unterscheiden, da unnatürlich starkes Beißen nachts ein weit höheres Risiko für Zähne und Kiefer darstellt.“ Negativ: Wer zum Beispiel einen falschen Biss durch überkronte, fehlende, gekippte und/oder verdrehte Zähne hat, bei dem verschieben sich in der Folge die Kiefergelenke. „Für Zähne besteht dabei die Gefahr, dass sie sich unnatürlich in den Kiefer verlagern und entzündliche Prozesse im Zahninneren oder an den Wurzelspitzen entstehen.“
Nicht jede Zahnschiene hilft
Um die Zähne vor Druck und Reibung zu schützen kommen Aufbissschienen für die Nacht zum Einsatz. „Diese werden zwar von der Kasse übernommen, helfen aber nur bedingt bis überhaupt nicht“, merkt Dr. Prause an. „Da es sich häufig um Schienen handelt, die nur durch einen simplen Abdruck des Unterkiefers entstehen, können sie sogar eher der Gesundheit schaden.“ Durch die einfache Abdruckabnahme entspricht eine solche Schiene exakt dem Gebiss, womit auch sämtliche Zahnfehlstellungen übernommen werden und die Gefahr einer stärkeren Kieferverschiebung entsteht. „Im Gegensatz dazu gleicht eine speziell ausgerichtete Okklussionsschiene die Unebenheiten aus und zentriert den Unterkiefer dreidimensional.“ Sie entlastet so die Kiefergelenke und schützt die Zähne nachhaltig. Beide Schienentypen vereint, dass sie vor dem Zu-Bett-Gehen eingesetzt werde
„Gelegentliches Kieferknacken ist normal“
Kieferfehlstellungen machen sich durch ein hörbares Knacken während des Kauens bemerkbar. „Wahrnehmbare Geräusche beim Biss in den Apfel oder beim Kaugummikauen sind ein klares Warnzeichnen für eine CMD“, warnt Dr. Prause. „Dabei reibt das Kiefergelenk aufgrund des ungleichen Bisses über die knöchernen Strukturen der Kiefergelenksgrube und unangenehme Laute entstehen durch das Auf- oder Zurückspringen des Diskus.“ Diskus, das ist das Knorpelgewebe, welches davor schützt, dass Knochen auf Knochen reibt. Durch eine Kieferfehlstellung kann es zu chronischen Gelenks- und Kopfschmerzen oder einer Arthrose im Kiefergelenk kommen. Wichtig: Kieferknacken ernst nehmen und einen Spezialisten aufsuchen.
Je schlimmer der Traum, desto schlimmer das Knirschen
Psychische Belastungen werden vom Körper stets in der Nacht verarbeitet. Stress kann zu unruhigen Nächten führen. „Druck im Berufsleben, Stress in der Partnerschaft oder auch Existenzsorgen
erhöhen in vielen Fällen die Intensität und Dauer des Knirschens“, bestätigt Dr. Prause. Um nächtlichem Zähneknirschen und -pressen entgegenzuwirken, bietet sich ein individuelles Stressmanagement an. Psychische Belastungen lassen sich beispielsweise durch Sport oder auch autogenes Training sehr gut reduzieren.
„Starkes Beißen macht Zahnschienen nach kurzer Zeit kaputt“
Aufbissschienen bestehen in der Regel aus elastischem oder festem Kunststoff. Diese bieten genügend Flexibilität und Festigkeit, um den entstehenden Druck zu kompensieren. Allerdings nutzen sich Schienen bei fehlerhafter Oberflächengestaltung ab. „Während des Beißens treten Kräfte von bis zu 2100 kg im Kausystem auf“, beschreibt Dr. Prause die nächtliche Belastung für Zähne und Kiefer und fügt hinzu: „Wenn entsprechende Daten des Patienten bei Anfertigung der Schiene keine Berücksichtigung finden, verringert sich dadurch deren Lebensdauer und Wirksamkeit.“ Besser dagegen sind CMD-Schienen. Denn sie verteilen die Belastung gleichmäßig und gleich bereits vorhandene Kieferfehlstellungen dreidimensional aus.