Allgemein | JOB

Zeitarbeit: Chance oder Falle?

Zeitarbeit: Chance oder Falle? © claudia35/pixelioZeitarbeit - Einstieg in die Festanstellung im Traumberuf oder ewiger Jobwechsel ohne Perspektive? Zeitarbeitsfirmen erfreuen sich in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit - bei Unternehmen ebenso wie bei Arbeitnehmern.

Gleichzeitig bringen die fast 5.000 Arbeitnehmer-Verleihfirmen in Deutschland auch Schattenseiten mit sich.

Grundsätzlich bieten Zeitarbeitsfirmen gute Möglichkeiten für Menschen, die höchstens wenige Jahre erwerbslos waren und sich immer auf dem neuesten fachlichen Stand gehalten haben.

Wer zehn Jahre arbeitslos ist, hat es auch durch Zeitarbeit schwer Fuß zu fassen. Die Kompetenz im Job wird bei ausgeliehenen Kräften genauso erwartet wie bei Festangestellten. Außerdem gibt es ein großes Angebot an Jobs für Gerinqualifizierte, während das Angebot für diese für eine Festanstellung immer mehr sinkt.

Auch die Chancen für Ältere ab 40 Jahren auf einen befristeten Job sind hier höher als auf dem Arbeitsmarkt für unbefristete Arbeit, sofern sie fachlich auf dem Laufenden geblieben sind.

Die Unternehmen leihen sich Arbeitnehmer, um vorübergehende Personalknappheit zu überbrücken, dreiviertel der Zeitarbeitnehmer werden nicht länger als sechs Monate beschäftigt. Der gesetzliche Kündigungsschutz bleibt aber auch bei der Zeitarbeit gewahrt. Eine Festanstellung nach einem befristeten Zeitarbeitsvertrag ist natürlich möglich und oft wünschenswert, kommt aber selten vor.

Die Zeitarbeitnehmer sind für die Unternehmen teurer, als die eigenen Mitarbeiter, denn die Zeitarbeitsfirma nimmt einen Stundenlohn, der deren Personalnebenkosten abdeckt. Die Bezahlung für den geliehenen Mitarbeiter liegt dabei allerdings durchschnittlich 30 Prozent unter dem marktüblichen Schnitt. Deshalb ist eine Zeitarbeitsfirma für Arbeissuchende meist eine Zwischenstation.

Immer interessanter werden die Zeitarbeitsfirmen auch für Akademiker, besonders direkt nach dem Abschluss eines Hochschulstudiums. 2005 waren noch fünf Prozent der Zeitarbeitnehmer Akademiker, heute sind es bereits über zehn Prozent und die Tendenz ist steigend. Hier bietet sich die Gelegenheit, sich verschiedene Firmen "von innen" anzugucken und die unterschiedlichen Arbeitsbereiche für sich zu erproben. Das kann die Findung des Traumberufes erleichtern.

Absolventen der weniger marktgängigen Studienfächer wie Sozial- und Geisteswissenschaften können über die Zeitarbeitsfirmen die sonst üblichen Bewerbungsverfahren umgehen und ihre Kompetenz direkt innerhalb des Unternehemens unter Beweis stellen. Die Arbeitgeber haben den Vorteil, dass sie nicht die berühmte Katze im Sack kaufen.

Das Wichtigste, was man mitbringen muss, wenn man sich durch eine Zeitarbeitsfirma vermitteln lässt, ist Flexibilität. Wer alle paar Monate in einer anderen Firma ist, muss sich schnell auf neue Aufgabenfelder und neue Kollegen einstellen können.



Kommentare