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Wo ist die Leidenschaft geblieben?

Wo ist die Leidenschaft geblieben?Seit einem Jahr wohnt Bine mit ihrem Freund Markus zusammen und der Alltagstrott hat nicht lange auf sich warten lassen. Er schaut abends bis spät in die Nacht Fernsehen und sie geht lieber früh schlafen, damit sie am nächsten Tag fit für die Arbeit ist.

Morgens kommt er nicht aus den Federn und sie hat schon längst die Tür hinter sich zugezogen. An Sex und Leidenschaft ist nicht mehr zu denken. Und dennoch denken beide wehmütig an die Zeit zurück, wo hemmungsloser Sex auf der Tagesordnung stand. Zugeben will das keiner so richtig und wenn es dann doch dazu kommt, endet das Gespräch in der Regel damit, dass er bockig vorm Fernseher sitzt und sie heimlich im Schlafzimmer weint.

Viele Menschen beiderlei Geschlechts klagen häufig darüber, dass nach der ersten Verliebtheit die Leidenschaft in ihrer Beziehung zurückgeht.

Doch woran liegt das? Wer trägt schuld an dieser Entwicklung und wie kann die Situation gerettet werden?

Es gibt verschiedene Gründe, die dazu führen können, dass die Leidenschaft in einer Beziehung nachlässt.

Bevor man voreilig der Beziehung keine Chance mehr gibt, sollte man sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Zwischen Mann und Frau besteht eine natürliche sexuelle Spannung, die aus der biologischen Gegensätzlichkeit resultiert.

Die Intensität dieser Anziehung ist aber nicht bei allen Menschen gleich. So kann es vorkommen, dass zwei Menschen sich verlieben und sich in vielen Dingen gegenseitig bereichern, die sexuelle Spannung aber von Anfang an eine untergeordnete Rolle spielt.

Lässt der Rausch der Verliebtheit nach, der den hormonellen Stoffwechsel beeinflusst, wird dieser Mangel an gegenseitiger Anziehung den Partnern bewusst und die Lust leidet darunter.

Auch der ganz normale Alltag wie im Fall von Bine und Markus kann der Erotik in einer Beziehung schwer zu schaffen machen.

Wenn sich die ganze Aufmerksamkeit der Partner nur noch auf berufliche Angelegenheiten, Einkaufsstress, die fällige Steuererklärung usw. bezieht, bleibt die Lust und die Freude aneinander schnell auf der Strecke.

Der erste Schritt zur Besserung ist getan, wenn der eigenen Sinnlichkeit Platz zum Entfalten gegeben wird. Jeder sollte also bei sich selbst anfangen und nicht Forderungen an den Partner stellen. Dies führt lediglich dazu, dass der andere sich unter Druck gesetzt fühlt und man selbst immer unzufriedener wird, wenn nichts passiert.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wellness-Tag oder einem gemeinsamen Kochkurs. Man verbringt Zeit außerhalb der eigenen vier Wände, ohne sich dem Partner gegenüber verpflichtet zu fühlen. Beide können sich in entspannter Atmosphäre wieder aufeinander zu bewegen.

Die renommierte Psychologin und Partner.de Beziehungs-Coach Margit Haupt führt das Nachlassen der Sexualität in festen Beziehungen auf Beziehungmuster, die in unserer Kindheit festgelegt wurden, zurück:

Da man in einer festen Bindung unbewusst an die „erste“ erotische Beziehung im Leben erinnert wird, nämlich die zum gegengeschlechtlichen Elterteil.

"Der Partner gerät dann, ganz langsam und unmerklich, in eine Elternrolle. Wir projizieren den „Papa“ auf unseren Mann oder die „Mama“ auf unsere Frau. Unbewusst erwarten wir vom anderen die Verhaltensweisen, die eigentlich die Aufgabe von einer Mutter oder von einem Vater wären, nämlich z.B. emotionale oder finanzielle Versorgung, ein „Sich-Kümmern“ usw. Die Folge davon ist, dass wir unsere Erotik aus der Beziehung auslagern, weil diese, psychologisch gesehen, hier nichts zu suchen hat. So kann es passieren, dass wir den Partner sexuell nicht mehr anziehend finden. "

Um dieser psychologischen Falle zu entfliehen, sollte jeder bei sich selbst anfangen und den Partner wieder als Mann oder Frau und damit auch als sexuelles Wesen wahrzunehmen.



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