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Überstunden: Wann reicht es?

Wann ist genug? © Photos.comEs ist keine Seltenheit mehr: Überstunden im Job! Für viele Arbeitnehmer stehen Überstunden schon auf der Tagesordnung und es bleibt nicht mehr viel von der wertvollen Freizeit übrig.

Insgesamt gesehen machten deutsche Arbeitnehmer im Jahr 2006 1,45 Milliarden bezahlte Überstunden - das sind ganze 41,9 Stunden pro Arbeitnehmer, von der Dunkelziffer ganz zu schweigen! Aber wie viel Mehrarbeit als normal angesehen werden kann und wann Ihr definitiv die Notbremse ziehen solltet, diesen Fragen ist die ForHer-Redaktion nachgegangen.

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber zwar Überstunden verlangen, jedoch muss – wirklich – ein „Notfall“ vorliegen. Um abzulehnen bräuchtet Ihr als Arbeitnehmer dann schon einen triftigen Grund, anderenfalls ist Euer Job ernsthaft in Gefahr. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main entschied zum Beispiel, dass eine fristlose Kündigung nach einer Abmahnung rechtens ist, wenn sich Arbeitnehmer dauerhaft weigern Überstunden zu machen.

Klar ist, wenn Arbeit aus dem eigenen Arbeitsbereich liegen bleibt, ist diese in Überstunden nachzuholen. Das verlangt auch die eigene Solidarität gegenüber dem Unternehmen für das man arbeitet. Auf der anderen Seite ist aber nicht zu übersehen, dass viele Arbeitnehmer aus Angst vor dem Jobverlust, Überstunden leisten ohne Aussicht auf einen Ausgleich.

Auch sind Überstunden von Branche zu Branche unterschiedlich. Eine Verkäuferin, die in einem Laden arbeitet, der morgens um 9:30 Uhr öffnet und abends um 20 Uhr schließt, muss eventuell weniger Überstunden machen, als eine Krankenschwester, die, obwohl sie schon Feierabend hat, noch bei einem Notfall helfen muss.

Aber keine Panik: Es gibt Grenzen. Die Mehrarbeit darf nämlich keinesfalls zur Regel werden! Außerdem muss das Arbeitszeitgesetz vom Arbeitgeber berücksichtigt werden. Demnach ist nach zehn Stunden am Tag und sechzig Stunden in der Woche Arbeitszeit Schluss..

Je nachdem was im Vertrag geregelt ist, müssen die Überstunden zusätzlich bezahlt oder mit Freizeitausgleich abgegolten werden.

Aber Vorsicht: Bleibt Ihr aus eigener Antriebskraft länger, habt Ihr deswegen nicht automatisch das Recht auf eine zusätzliche Vergütung oder gar Freistellung. Die Mehrarbeit muss vom Vorgesetzten ausdrücklich angeordnet worden sein. Führt am besten immer genau Buch darüber, wann Ihr länger arbeiten müsst und lasst Euch dies vom Chef abzeichnen.

Denn: Im Streitfall seid Ihr in der Darlegungs- und Beweispflicht. Das entschied das Landesarbeitsgericht Hamm, in einem Urteil von 1999.

Es ist oft schwierig bei Überstunden eine Grenze zu ziehen und auch arbeitsrechtlich ist dieses Thema äußerst heikel.

Solltet Ihr das Gefühl haben ausgenutzt zu werden, sprecht mit Eurem Betriebsrat (falls vorhanden) oder holt euch Rat bei einem Anwalt ein. Damit Ihr dementsprechend gerüstet auch mal "Nein" sagen könnt, wenn es angebracht ist.



Kommentare

  1. 1von Yeliz | 27. September, 2008

    Ich arbeite in der Werbeagentur, mir reichts langsam mit Überstunden, vor 20 Uhr komm ich nie raus! Wenn es überhand nimmt und unbezahlt und ebenso unbemerkt passiert ist es eine Frechheit!

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