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Studieren im Osten von Deutschland

© Copyright 2010 iStockphoto LPIhr habt den Studienplatz in eurer Traumstadt im Westen nicht bekommen? Oder die Hörsäale sind voll und die Seminare auch? In Leipzig, Rostock, Greifswald oder Görlitz sieht das anders aus. Mit teuren Werbekampagnen buhlen die ostdeutschen Unis jedes Jahr wieder um die Wessis.

Ob Thüringen oder Sachsen jede dritte Euro wird für das Selbst-Marketing ausgegeben. Und sogar mit YouTube-Videos und Plakaten gehen die "Ossis" auf Studentenfang im Westen.

Und trotzdem ist Studieren im Osten nicht besonders angesagt. Nur vier Prozent der westdeutschen Abiturienten beginnen ihr Studium in Ostdeutschland. Umgekehrt allerdings entscheiden sich über zwanzig Prozent der ostdeutschen Schulabgänger für eine Hochschule in einer westdeutsche Stadt.


Wettbewerb um Studienanfänger aus Westdeutschland

Im Wettbewerb um Studienanfänger hat die Luther-Universität in Halle ein ganz besonderes Retro-Programm entwickelt. Ein neues Schnupperpaket für Abiturienten ermöglicht diesen neben einem Hörsaalbesuch die "Besichtigung einer originalen Plattenbauwohnung".

Wulf Diepenbrock, Dekan der Universität in Sachsen-Anhalt, hat die Zielgruppe im Blick: "Das Besuchsprogramm richtet sich nun vor allem an angehende Abiturienten in den alten Bundesländern, die wir verstärkt für ein Studium bei uns gewinnen wollen."

Modernisierung der Ost-Unis
Mit einer individuelle Betreuung durch die Professoren, einer modernen Ausstattung der Gebäude und einem umfangreichen Service der Unis - dafür werben die Hochschulen in Ostdeutschland. Denn vor allem sie profitieren davon, dass nach der Wende sehr viel erneuert wurde – von Bibliotheken bis zu den Labors.

Und die Bemühungen haben sich gelohnt: Noch vor zehn Jahren drohte die Zahl der Studierenden an der Magdeburger Universität unter 5.500 zu sinken, inzwischen sind es über 13.000 Studenten.

Hier die Pro & Contra eines Studiums im Osten von Deutschland

Contra

Die Vorurteile gegenüber den neuen Bundesländern sind groß. Und das zeigt auch eine Imageanalyse der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen: Grau in Grau, Plattenbau und Rechtsradikalismus gehören zu den genannten Attributen der Ex-DDR.

Und der Dialekt allen voran der sächsiche ist vielen nicht geheuer. Doch ist schäbisch und hessisch etwas besser?

Pro

Günstige Mieten in großen Altbauwohnungen (und damit meinen wir keinen Plattenbau), geringere Lebensunterhaltskosten, niedrigere Studiengebühren und sehr gute Lernbedingungen bedingt durch eine geringere Anzahl von Studenten und modernisierten technischen Fortschritt.

Die Regelstudienzeit kann durch die besseren Studienbedingungen eingehalten werden, denn überfüllte Hörsäale und Semniare gibt es hier nicht. Das ist vor allem für Bafög-Empfänger ein wesentlicher Vorteil.

Und: Probieren geht bekanntlich über Studieren. Denn jetzt ist es an der Zeit, den Wahrheitsgehalt der Ost-Klischees zu testen! Denn Studieren im Osten macht genauso viel Spaß wie im Westen.



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