FAMILIE

Stillen – die natürlichste Sache der Welt?

Stillen- die natürlichste Sache der Welt? © Photos.comEs ist mittlerweile völlig normal, dass Frauen ihre Kinder in Cafés oder im Park stillen. Wir haben uns gefragt, was Frauen wohl erleben, wenn sie außerhalb der eigenen vier Wände stillen.

Muttermilch ist exakt an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst. Sie enthält außer der Flüssigkeit und der optimalen Nährstoffzusammensetzung auch Antikörper, die das Neugeborene vor Infektionen schützen.

Durch das Stillen treten beim Baby nachweislich weniger Allergien auf. Zudem wird die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind gefördert.

Ein weiteres Argument für das Stillen, ist der Langzeitnutzen, wie die Londoner St. George's Universität jüngst herausgefunden hat.

So haben Erwachsene, die als Baby die Brust bekamen, einen niedrigeren Cholesterin-Spiegel als Menschen, die in den ersten Monaten andere Säuglingsnahrung erhielten. Hohe Cholesterinwerte gelten als eine wichtige Ursache für Herzinfarkte.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der es wichtig ist, mobil und flexibel zu sein. Für Mütter, die viel unterwegs sind, ist stillen eine gute Alternative zur Flaschenkost. Dank Mutter Natur ist die Nahrung für das Baby immer dabei, in der optimalen Temperatur, in ausreichender Menge und gratis noch dazu.

Mit dem Stillen des Kindes verbringen Mütter einen Großteil des Tages und sind normalerweise an zu Hause gebunden. Viele Frauen wollen sich aber nicht über Monate zurückziehen und haben kein Problem damit, ihr Kind in der Öffentlichkeit zu stillen. Na klar, ist es doch die natürlichste Sache der Welt, oder?

Wir haben verschiedene Reaktionen mit denen Mütter, die öffentlich stillen, rechnen sollten, recherchiert. Allgemein kann festgehalten werden, dass stillende Mütter meistens nicht unbemerkt bleiben und immer wieder neugierige Blicke ernten.

• Männer schauen meistens verschämt weg, um dann wieder hinzuschauen. Sie können sich der Faszination Brust in der Regel nicht entziehen. Gleichzeitig haben sie Angst, sich als Spanner zu outen. Die Neugierde überwiegt jedoch in der Regel.

• Frauen, deren Begleiter unverhohlen auf die stillende Mutter starren, fühlen sich zurückgesetzt und reagieren dann meist genervt.

• Dann gibt es Menschen, die demonstrativ wegschauen, weil sie es moralisch anstößig finden.

• Abneigende Blicke bis hin zur direkten Beschwerde, dass das Stillen als unappetitlich empfunden wird.

Manchmal sind Blicke noch harmlos, andere Frauen berichten vom Rauswurf aus dem Café, weil Gäste sich beschwert haben.

Frauen, die in der Öffentlichkeit stillen, müssen damit rechnen, dass sie Blicke auf sich ziehen. Die Brust der Frau ist nun mal sehr erotisch und polarisiert, auch wenn sie der Ernährung des Kindes dient.

Der Still-BH ist eine gute Erfindung, um sich nicht völlig entblößen zu müssen und trägt dazu bei, dass Mütter fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ihre Babys stillen können.

Der Ausschnitt einer Bluse braucht einfach nur geöffnet oder verschoben werden.
Die Brust bleibt mit der Kleidung und durch den Kopf des Kindes bedeckt.

Mit der Emanzipation der Frau ist es möglich geworden, dass Mütter ihre Babys in der Öffentlichkeit stillen. Was noch bis vor einigen Jahren als unangebracht und unanständig galt, gehört heute zum normalen Stadtbild.

Ja, es die natürlichste Sache der Welt, aber leider nicht für alle Menschen.



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