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Lily Allen möchte Kinder, Haus und Garten
Lily Allen: Das hängt davon ab, ob ich bald mal jemanden kennenlerne. Alleine kann ich ja keine Familie gründen. Und es könnte ja sein, dass sich "It's Not Me, It's You" nicht verkauft. Dann hätte ich gar keine Möglichkeit, noch ein Album aufzunehmen. Wenn doch, würde ich es vielleicht tun ... ich weiß nicht. Ich schaue nicht wirklich weit in die Zukunft und genauso wenig in die Vergangenheit. Ich lebe eher in den Tag hinein.
ForHer: Deine Texte scheinen alle sehr authentisch und ehrlich zu sein. Ist es schwer für Dich, Dich so zu öffnen?
Lily Allen: Nein. Es ist schwer für mich, das nicht zu tun. Ich habe mal versucht, Texte zu schreiben, die weniger greifbar sind, aber das hat nicht funktioniert. Ich muss immer konkret sein, sonst fühlt es sich so an, als wäre der Text nicht von mir.
ForHer: Aber könnte es bei all dem Rummel um Dich nicht auch eine Art Schutz sein, nicht alles von Dir preiszugeben?
Lily Allen: Das hätte absolut keinen Sinn. Ich wäre keine Sängerin, wenn ich das nicht tun würde. Für mich ist Musik machen wie eine Befreiung, wie eine Therapie. Wenn ich einen Song über etwas geschrieben habe, habe ich das Gefühl, damit abgeschlossen zu haben.
Über ausgedachte Erlebnisse zu singen, hätte deswegen keinen Zweck. Ich bin nicht hier, um irgendetwas zu erzählen, sondern um über mich selbst zu singen.
ForHer: Ich habe den Eindruck, dass "It's Not Me, It's You" irgendwie dunkler geworden ist als "Alright, Still". Wie siehst Du das?
Lily Allen (mit vollem Mund): Ich glaube das auch. In musikalischer Hinsicht ist es definitiv düsterer geworden. Das Album davor war ja voll mit Ska, Reggae, Trompeten, Hörnern, Sonnenschein und so weiter.
Es war eine lächelnde, frohe Platte, während die neue tanzbarer ist, symphonischer und elektronischer. Und dunkler. Aber das fällt nur auf, weil "Alright, Still" so sonnig war. Es war nicht mein Plan, ein düsteres Album aufzunehmen.
ForHer: In Deinem Blog schreibst Du immer wieder auch über Politik. Bist Du ein politischer Mensch?
Lily Allen: Ja, klar. Jeder sollte politisch sein. Wir leben doch alle auf derselben Welt! Es ist ziemlich wichtig, sich für Politik zu interessieren.
ForHer: Dass Du Tony Blair nicht mochtest, ist kein großes Geheimnis. Wie stehst Du zu seinem Nachfolger Gordon Brown?
Lily Allen: Ich halte ihn für brillant. Er ist ein Ökonom, und deswegen ist er auch der richtige Mann, um in dieser Finanzkrise und der globalen Rezession die richtigen Lösungen zu finden.
Ich glaube, er ist der einzige qualifizierte Mensch in der Regierung, der mit der Krise gut umgehen kann. Gordon Brown verdient allen Respekt.