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Krankmeldung – Regeln einhalten

Fieber heißt Krankmeldung © Sigrid Rosmann / PixelioDie Krankmeldung ist schon fast etwas Alltägliches im Arbeitsleben und die kalte Jahreszeit bringt die Grippeviren leider auch wieder mit sich. Doch ständig krankfeiern macht nicht gerade Eindruck beim Chef.

Hier einige Facts zum Arbeitsrecht in Sachen Krankheitsfall:

Wer sich krank melden will, muss dies zu Beginn des ersten Tages tun, das kann per Telefon, Fax oder per E-Mail gemacht werden.

Ein Attest vom Arzt ist erst ab dem dritten Tag nötig und muss am vierten Tag dem Arbeitgeber vorliegen, es sei denn, es wurde eine andere Frist im Arbeitsvertrag vereinbart. Im Attest muss stehen, wie lange die Krankmeldung voraussichtlich dauern wird.

Bei einer Krankmeldung ist grundsätzlich alles erlaubt, was der Genesung dient, auch an der frischen Luft spazieren gehen oder leichten Sport treiben. In den Urlaub fahren darf man natürlich nicht.

Fehlen bei der Arbeit ist auch möglich, wenn Eltern sich um ihr krankes Kind kümmern müssen. Das Gehalt wird laut Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches weiter bezahlt, wenn die Dauer des Fehlens "verhältnismäßig, nicht erheblich" ist.

Laut Entgeltfortzahlungsgesetz muss der Lohn sechs Wochen lang weiter bezahlt werden, über den Zeitraum hinaus bezahlt die Krankenkasse etwa 70 Prozent des Nettogehalts Krankengeld. Dies kann bis zu 78 Wochen lang ausgezahlt werden.

Diese gesetzlichen Regelungen gelten für alle Branchen, für Auszubildende sowie für Arbeitnehmer in der Probezeit.

Freie Mitarbeiter haben ebenfalls laut Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches Anspruch auf Lohnfortzahlung für eine "verhältnismäßige, nicht unerhebliche Zeit". Wie lang diese Zeit ist, ist allerdings nicht genau definiert. Doch Achtung: Diese Regelung kann durch einen entsprechenden Arbeitsvertrag außer Kraft gesetzt werden.

Arbeitslose sind ebenfalls verpflichtet sich bei der Agentur für Arbeit krank zu melden, da sie in dieser Zeit nicht zu vermitteln sind.

Wird jemand einmalig langfristig krank, kann er nicht ohne weiteres entlassen werden. Da es aber keine Faustregel gibt, entscheidet das Arbeitsgericht von Fall zu Fall. Bei einer Entscheidung über eine Kündigung kann eine Rolle spielen, wie lange und wie erfolgreich der Mitarbeiter in der Firma ist.

Wer hingegen sehr oft fehlt, kann gekündigt werden, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass das häufige Fehlen des Mitarbeiters eine Belastung für das Unternehmen darstellt.

Eine chronische Krankheit muss dem Arbeitgeber nur mitgeteilt werden, wenn diese die Arbeit erschwert oder gar unmöglich macht, dies muss bereits beim Vorstellungsgespräch gesagt werden.

Wer einen Freizeitunfall erlitt, bekommt selbstverständlich auch seinen Lohn weiter bezahlt, sogar bei Risikosportarten. Wer aber seine Krankheit selbst verschuldet, wie beispielsweise durch Alkoholeinfluss, verliert seinen Anspruch.

Wenn der Arbeitgeber Verdacht schöpft, dass die Krankheit nur vorgetäuscht ist, stehen ihm alle Möglichkeiten offen dies nachzuprüfen. Er kann bei der Krankenkasse fordern, den medizinischen Dienst das Attest überprüfen zu lassen. Der Chef kann den Arbeitnehmer auch unangemeldet Zuhause besuchen oder sogar einen Privatdetektiv einschalten. Vortäuschen einer Krankheit kann zur fristlosen Kündigung führen.

Eine Krankheit im Urlaub kann man sich rechtlich gesehen anrechnen lassen. Dies sollte aber nur in schwerwiegenden Fällen in Anspruch genommen werden, da es von wenig Engagement im Job zeugt.

Aber auch Übermotivation ist nicht immer der richtige Weg. Wer mit Grippeviren im Büro erscheint, verschleppt seine Krankheit und steckt auch noch die Kollegen an.



Kommentare

  1. 1von sabine4542 | 31. Oktober, 2008

    Schade, dass alle menschen vom KRANKSEIN reden, wie wäre es mit Gesundheitspflege, dann gibt es erst garkeine Kranken???

  2. 2von Wolle | 21. Dezember, 2008

    Ich finde das Wort “krankfeiern” sehr unanangenehm. Das klingt immer so, als ob jeder, der sich krank meldet, dann zu Hause sitzt und mit seinen Kumpels einen Grillabend mit Bier und Schnaps veranstaltet, während andere für ihn mit arbeiten müssen.

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