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Generation Praktikum Reloaded
In den 70er Jahren war es die Generation Peace, in den 80ern kam die Yuppie Generation, die Generation der 90er Jahre vereinte alles und die eigene Lebensplanung hatte oberste Priorität.
Von all diesen Lebensgefühlen ist die berühmte Generation Praktikum in den 0ern übrig geblieben.
Es wird so schnell studiert wie noch nie, wer nicht mindestens eine Auslandserfahrung aufweist, fällt bei vielen begehrten Arbeitgebern gleich durch das Raster und Praktika sind eine Selbstverständlichkeit.
Da haben sich die Praktikanten bisher auch kaum gewagt sich zu beschweren, wenn sie in den Semesterferien drei Monate lang umsonst oder für einen Hungerlohn gearbeitet haben.
Jetzt hat es eine aber doch gewagt: Eine Praktikantin in einer Eventagentur bekam monatlich 375 Euro brutto und schuftete dafür 70 Stunden in der Woche. Sie verklagte die Firma im Anschluss an das Praktikum und gewann. Das Gericht entschied, dass ihr monatlich 1.522 Euro zugestanden hätten, weil sie die Arbeit eines vollwertigen Angestellten geleistet hat.
Nach dem Urteil handelt es sich nicht um ein Praktikum, wenn nicht das Erlernen der Praxis in einem Beruf im Vordergrund steht, sondern die Erbringung voller Arbeitsleistung gefordert wird.
Verantwortliche in der Politik haben lange das Problem der Generation Praktikum für nicht existent erklärt, doch das Ministerium für Arbeit und Soziales gab eine Studie in Auftrag. Diese ergab, dass jeder Fünfte im Alter von 18 bis 34 Jahren nach einer Ausbildung oder eines Studiums schon einmal Praktikant war. Der Durchschnitt dieser Gruppe absolvierte 1,9 Praktika.
In der Tat passiert zurzeit in vielen Brachen ein Umdenken. Praktikanten werden öfter ihrer Leistung nach belohnt. Wer in einer Firma ein Praktikum absolviert und dort nicht nur den Festangestellten über die Schulter guckt, sondern wer ein festes Teammitglied ist, kann auch auf entsprechenden Lohn bestehen.
