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Das 1. Date mit den Schwiegereltern

Das 1. Date mit den Schwiegereltern © Jupiterimages CorporationJojo ist 28 Jahre, arbeitet hauptberuflich als Fotoredakteurin und schreibt seit einigen Jahren auch nebenbei. Und diese Leidenschaft teilt sie nun mit uns in ihrer Kolumne über Männer, Beziehungen, das Single-Dasein und die Liebe natürlich.

Oh Mann bin ich nervös, denn heute hab ich ein Vorstellungsgespräch. Leider geht es nicht um den Traumjob, sondern um die Sympathie der Schwiegereltern in spe.

Ich bin gut vorbereitet auf das erste Treffen mit den Eltern meines Freundes. Die spießige, weiße Bluse ist gebügelt, Blumen sind gekauft und sogar den Pony hab ich mir schneiden lassen.

Geschniegelt und gestriegelt sitzen wir im Auto. Als ich meine Tasche vom Rücksitz ziehen will, löst sich - dank Murphy's Law – der zweite Knopf meiner Bluse. Suuuper, also öffne ich auch den ersten Knopf, denn nur jeden zweiten Knopf zu schließen ist momentan nicht so angesagt.

Jetzt seh ich genauso aus, wie man es eigentlich vermeiden sollte: Wie ein Flittchen. Naja, vielleicht kann ich wenigstens Schwiegerpapa mit dem Dekolleté beeindrucken. Angekommen im Elternhaus meines Freundes werden wir herzlich begrüßt.

Allerdings merke ich die skeptischen Blicke von der Mutter meines Freundes in Richtung meines nicht ganz so kirchlichen Ausschnittes. Egal denke ich und drücke ihr freundlich meine Blumen in die Hand.

Sofort beginnt sie zu niesen und weist mich auf ihre Pollenallergie hin. Ein strafender Blick zu meinem Freund und er weiß, dass dies ein helfender Hinweis im voraus gewesen wäre. Aber so was vergisst Man(n) schon mal.

Als sein Vater mir stolz verkündet das „Margot“ - so heißt die Schwiegermama - ihren berühmten Sauerbraten gemacht hat, fällt mir auf, dass mein Freund auch vergessen hat, zu erwähnen, dass ich Vegetarier bin. Vielen Dank!

Ich überlege mir gerade wie ich seine PlayStation im Backofen zu einem Klumpen Elektromüll umwandle, während Margot mir die Schüssel mit dem Sauerbraten in die Hand drückt. Brav bringe ich sie zum Tisch. Natürlich schaffe ich dies nicht, ohne Soße zu verkippen. Das war bestimmt so ein Test von bösen Schwiegermüttern für kleine billige Flittchen, die sich den Lieblingssohn angeln wollen.

Als mir Papa Hugo ein großes Stück vom Sauerbraten auf den Teller legen will, ziehe ich reflexartig den Teller zurück. Uuuups. Das war so nicht geplant.

Das Stück liegt auf der weißen, frisch gebügelten Tischdecke und ich glaube, es hat sogar noch gezappelt. Wir schauen alle Vier auf die Sauerei. Mehr als ein charmantes Lächeln fällt mir nun auch nicht mehr ein.

Mein Freund lacht sich kaputt, während ich in Gedanken auch seine Multi-Media-ich-kann-alles-Anlage in den Backofen bei 180 Grad erhitze.

Nach dem Essen heuchle ich, dass ich nie bessere Kartoffeln gegessen hätte. Nicht mal ich nehme mir das ab und schäme mich schon wieder für meine Ungeschicktheit.

Eine Stunde später sitzen wir im Auto und ich bin sauer. Auf meinen Freund, den Knopf und den Sauerbraten. Mein Freund grinst mich an und sagt: „Lief doch ganz gut, oder? Alle Fettnäpfchen die man erwischen kann, hast du mitgenommen. Ab jetzt kann es nur noch besser werden!“

Naja, wo er Recht hat!

Was er noch nicht weiß: Nächstes Wochenende sind wir bei meinen Eltern eingeladen...

Fragt Jojo doch selbst!Mehr über Jojo erfahrt ihr in ihrem Blog My simple Life oder schreibt ihr einfach in unserer Communty!

Berichtet uns über euer 1. Aufeinandertreffen mit den Schwiegereltern!



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