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Brad Pitt verurteilt Sensationsgier der Medien
Interviews gibt Brad Pitt nicht gerne. Kein Wunder, kreisen doch die meisten Fragen der Reporter nur um die Beziehung zu Angelina Jolie und ihre sechs Kinder. "Ich verstehe die Zeitungen: Mit Angie und mir kann man viel Geld verdienen. Aber gerade wenn es um unsere Kinder geht, fehlt den Journalisten jegliche Distanz", verurteilt der 45-jährige Schauspieler die Sensationsgier der Medien.
Der ganze Rummel um das Traumpaar "Brangelina" lässt einen fast vergessen, dass Pitt auch ohne Jolie existiert - und zwar als einer der besten Darsteller Hollywoods.
Im Drama "Der seltsame Fall des Benjamin Button" (Kinostart: 29.01.) von David Fincher brilliert er als Mann, der als Greis auf die Welt kommt und als junger Mann stirbt, der also umgekehrt lebt.
Der Film brachte Brad Pitt nach "12 Monkeys" seine zweite Oscar-Nominierung ein.
Terry Gilliams Endzeit-Schocker von 1995 zeigte seinerzeit erstmals einen ganz anderen Brad Pitt: heruntergekommen, verstört, ein Outlaw. "Ich mag Typen, die ihre eigenen Gesetze haben", erklärte er. Für die Rolle des Jeffrey Goines bekam der Darsteller neben der Oscar-Nominierung einen Golden Globe.
Zur gleichen Zeit begann er, mit David Fincher zusammenzuarbeiten. Zwischen den beiden herrschte von Anfang an ein vertrautes Verhältnis.
Der Regisseur bezeichnete Brad Pitt einmal als seine Muse. Der Schauspieler seinerseits schwärmt von der Art, wie Fincher Filme dreht: "Man spürt, dass alle Aufnahmen, die er macht, eine ganz eigene Note besitzen."
Unter Finchers Fittichen konnte er weiter die Rolle des bösen Jungen kultivieren: In "Sieben" (1995) war Pitt ein schmieriger Polizist und in "Fight Club", eine Art "Clockwork Orange" für das neue Jahrtausend, gab er sich als prügelsüchtiger Seifenverkäufer Tyler Durdon ganz der Gewalt hin.

Auf der Leinwand begrub er damit endgültig den Ruf eines puren Charmeurs, den er sich durch Filme wie "Legenden der Leidenschaft" oder "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" (1992) aufgebaut hatte.
"Die Hysterie um meinen Körper geht mir auf die Nerven", meinte der dreifache "Sexiest Man Alive". Dabei erntete er nur das, was er gesät hatte.